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Shelf Ready Packaging & Presentation

Shelf Ready Packaging & Presentation © pixabay.com

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POS kompakt - Ausgabe 07/2012

Wie aus einer Transportverpackung eine Verkaufsmaschine wird.
Kennen Sie das? Sie stehen im Laden und sehen vor lauter Verpackung keine Produkte mehr? Ursprünglich als Kosteneinsparung im Discount-Bereich gedacht, finden heute immer mehr Transportverpackungen Ihren Weg auf das Regal. Wenn man jedoch nicht nur Kosten sparen möchte (und gleichzeitig seine Shopper abschrecken will), dann sind bei der Gestaltung einige Punkte zu beachten.

Eine Transportverpackung ist heute in vielen Fällen nicht mehr nur ein Schutz- und Transport-instrument, sondern unterstützt die Logistik-Prozesse und dient als Marketing- und Kommunikations¬instrument. Mit dem Prädikat „Shelf Ready Packaging" (SRP) dürfen sich die Transportverpackungen schmücken, welche die Anforderungen des Handels, der Lieferanten und der Shopper berücksichtigen.

Ziel des klassischen „Shelf Ready Packaging" ist, die Ware möglichst effizient vom Ort der Herstellung bis zum Point of Sale zu befördern. SRP² ergänzt diesen Ansatz um „den letzten Meter": aus dem Regal in den Einkaufskorb des Shoppers. SRP² stellt den Shopper in den Mittelpunkt. Wenn dieser von reduzierten Logistikkosten und einer optimierter Präsentation profitiert, indem er weniger bezahlt, seine Ware leichter und schneller findet und komfortabler zugreifen kann, dann haben alle Beteiligten ein guten Job gemacht! Seinen Ursprung hat Shelf Ready Packaging im Discount und Cash&Carry Bereich. Der Transportschutz und das effiziente Auffüllen der Warenbestände war hier im Fokus, nicht jedoch die verkaufsfördernde Präsentation der Ware.

Das Tray als Transportverpackung

SRP ist untrennbar verbunden mit dem Tray als Transportverpackung. Diente das Tray früher fast ausschließlich dem Warentransport, so kamen über die Zeit viele weitere Funktionen hinzu, z.B. die Bündelung gleicher Produkte zu mengen- und absatzoptimierten Verkaufseinheiten, die Kennzeichnung zur Vereinfachung der Identifikation auf dem Weg ins Regal oder die Nutzung als Warenträger auf der Verkaufsfläche, um nur einige zu nennen. Die Form der Trays orientiert sich dabei natürlich an der Produktgeometrie und der Produktverpackung.

Überblick über unterschiedliche Trays

Mit einem (perforierten) Schlitz im Boden und Rückenbereich versehen ermöglichen Tray-Verpackungen den kombinierten Einsatz mit einem Warenvorschub und setzen damit alle Forderungen von SRP² um:

a) Effizientes Auffüllen
b) Optimale Shopper-Orientierung
c) Automatisierung der Regalpflege
d) Optimaler Warenzugriff
  

Effizientes Auffüllen

Für ein einfaches und effizientes Auffüllen der Regale muss sich das Tray leicht identifizieren und öffnen lassen. Die Platzierung im Regal und die Entsorgung nach Abverkauf muss möglichst effizient sein. Darüber hinaus muss das Tray verkaufsfördernd, attraktiv und möglichst offen gestaltet sein. Die MIGROS hat unter Kostenaspekten verschiedene Platzierungsvarianten von Eistee-Beuteln analysiert. Dabei standen insbesondere der Aufwand für das Auffüllen von Produkten (Entnahme vom Transportmittel, Öffnen bzw. Entfernen der Transport¬verpackung, Platzierung im Regal) sowie der Aufwand für die Herstellung einer verkaufs¬fördernden Regaloptik im Fokus. Addiert man die Kosten für das Auffüllen und die Regalpflege, so geht als eindeutiger Sieger das Tray in Kombination mit einem Warenvorschub hervor: Im Vergleich zum Vereinzeln der Tüten auf dem Regal spart die MIGROS ca. 60% bei Einsatz eines SRP²-Trays im Zusammenspiel mit einem Warenvorschub.

Optimale Shopper-Orientierung

Shopper kaufen, was sie sehen. Die Sichtbarkeit des Produktes mit allen relevanten Informationen ist für die Shopper-Orientierung und den Absatz der wichtigste Faktor. Bei SRP² kann theoretisch auf eine Bedruckung des Trays verzichtet werden. Emotional gestaltete Trays erhöhen jedoch nicht nur die Orientierung, sondern ebenso die Impulskaufrate und das Markenimage. SRP² - vollautomatisierte Warenpräsentation mit Tray und Warenvorschub inkl. Shopper-Orientierung am Regal

Automatisierung der Regalpflege

Das lästige Vorziehen der Ware entfällt komplett. Einmal im Regal installiert, schiebt der Vorschub die Ware im Tray in den besten Sicht- und Griffbereich und sorgt für optimalen Absatz. War bis vor kurzem die Lagerung eines Vorratstray hinter dem Präsentationstray mit Warenvorschub noch schwierig, so ist auch dieses Problem mittlerweile gelöst. Ein Gelenk im Vorschub sorgt dafür, dass die Umplatzierung des Vorratstrays auf die „Pole Position" auch bei geringen Regalbodenabständen einwandfrei funktioniert.

Das gleiche gilt intelligente Frontanschläge: Um die Befüllung möglichst einfach zu gestalten, sollte die Front – die auch als Orientierungshilfe für den Shopper dient – ebenfalls mit einem Gelenk ausgestattet sein. So lässt sich das Tray einfach in den Regalstellplatz schieben. Ist der Frontanschlag gleichzeitig auf die Produktbreite abgestimmt, ist zudem jederzeit sichergestellt, dass die Warenvorschübe im Regal immer die optimale Position und damit Funktion haben.

Optimaler Warenzugriff

Das die Ergänzung des herkömmlichen Shelf-Ready-Packagings um eine automatisierte Frontpräsentation nicht nur gut aussieht, sondern auch wirtschaftlichen Nutzen bringt, hat die Firma Unilever in einer groß angelegten Marktstudie bewiesen. In der Stöberkategorie Fixe wurden mehr als 40.000 Kaufakte beobachtet. Jeder zweite Shopper lobte die bessere Ordnung und Übersicht. Bei gleicher Verweilzeit reduzierte sich die Abrecherrate um 2%, die Anzahl der Schnellzugreifer stieg um 0,8%. Der Absatz der Gesamtkategorie stieg um 2,6%, der Umsatz sogar um 3% - bei einem Marktvolumen von ca. 1.2 Mrd. EUR allein in Deutschland nicht schlecht, oder? Dies zeigt, dass der Shopper nicht nur mehr Spaß am Einkaufen hat, sondern dass er auch eher zu wertigeren Produkten greift.

Hersteller, die ihre Waren nach den Grundsätzen von SRP² versenden, laufen beim Handel offene Türen ein. Alle Großen im Handel, heißen sie TESCO in UK, oder Carrefour in Frankreich bzw. REWE oder EDEKA in Deutschland, haben die Potenziale von shopperorientiertem Shelf- Ready-Packaging inzwischen erkannt und treiben mit Kraft die Entwicklung von der Transportverpackung zur Verkaufsmaschine mit voran. In diesem Sinne: Frohes Einkaufen!

Oliver Voßhenrich, Geschäftsführer, POS TUNING

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