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Platz da!

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POS kompakt - Ausgabe 02/2014

Auch wenn nach dem neuesten EHI Laden-Monitor 2014 erstmals wieder leichte Flächenzuwächse im Einzelhandel zu beobachten sind, so ist Fakt, dass der Zuwachs an Fläche in keiner Weise mithalten kann mit dem Wachstum der Sortimente. Bei Neulistungen diskutieren Handel und Industrie immer wieder, wie die Fläche im Regal neu aufgeteilt werden kann. Am Ende ist das Spiel ganz einfach: einer rein, einer raus! Dadurch gibt es viel Bewegung im Regal.

Der administrative Aufwand für eine Neulistung hält sich im Vergleich zu den Aufwänden auf der Fläche absolut in Grenzen. Listung im Artikelstamm, Anpassung der Ordersätze und dann kommt die Distribution: die Ware muss auf die Fläche.

Doch nicht nur bei Neulistungen geht die Suche nach Platz los. Auch bei Aktionen stellt sich immer wieder die Frage: wohin mit der benötigten Ware? Das Mittel der Wahl sind Zweitplatzierungen und Aktionsdisplays, die dann allerdings im Zweifel oftmals nie den Laden von innen sehen sondern nur als hübsche Transportpalette genutzt werden. Die Aktionsware wird dann in die Stammplatzierung verräumt.

Darüber hinaus gibt es viele Sortimente, die mit einer Vielzahl unterschiedlicher Artikel in den unterschiedlichsten Verpackungsformaten aufwarten können. Dann steht die 30 Zentimeter hohe Kekspackung neben dem 3 Zentimeter flachen „Mini-Waffeln". Da eine den Verpackungsgrößen folgende Regalierung wohl nicht nur das ästhetische Empfinden der Händler und Shopper beleidigen würde, bleibt bei einem durchschnittlichen Einheits-Etagenabstand von ca. 30 bis 40 Zentimeter viel ungenutzter Raum im Regal.

Nun lässt sich dieser natürlich wunderbar voll stapeln, aber gestapelte Ware lässt sich dummerweise nur sehr schwer aus dem Regal entnehmen; von der Optik gar nicht zu sprechen! Wenn wir uns allein den ungenutzten Platz im Regal anschauen, dann könnten durch Nutzung dieses Raums – je nach Sortiment – ca. 10 Prozent mehr Stellplätze auf bestehender Fläche geschaffen werden. Kleines Rechenexempel: Bei einer angenommenen Raummiete von 12,00 Euro/Quadratmeter für einen kleinen Supermarkt mit 1.200 Quadratmetern Fläche betragen die Raumkosten pro Monat 14.400 Euro. Bei 700 Quadratmetern Verkaufsfläche (ohne Sozialräume, Forecourt, Kassenzone, Filiallager, etc.) ergeben sich ca. 1.150 Laufmeter Regal (ein Drittel der Fläche ist Regal mit durchschnittlich fünf Böden). Das heißt, pro Meter Verkaufsregal betragen die Mietkosten 12,52 Euro. Wenn man nun 10 Prozent mehr Produkte auf der gleichen Fläche präsentieren könnte, dann würden sich die Kosten auf 11,38 Euro pro Meter Verkaufsregal reduzieren, das bedeutet eine Einsparung von jährlich ca. 16.000 Euro. Das ist allerdings nur die Kostenbetrachtung.

Wie würde sich wohl der Absatz erhöhen, wenn man auf gleicher Fläche mehr Sortiment unterbringen könnte? Aber wie ist diese Aufgabe zu lösen? Wie bekommen wir auf bestehender Fläche mehr Platz? Vorgemacht hat es die Tabakindustrie. Bereits seit mehreren Jahren hat sich ein neuer Präsentationsstandard durchgesetzt. Statt der bisher genutzten Metall-Schrägetagen wurden die Böden waagerecht eingehängt. Statt Metall (durch Stabilisierungselemente beträgt die Bodenhöhe ca. vier Zentimeter) wurden acht Millimeter hohe Glasblöden eingesetzt. Platzgewinn: + 80 Prozent aufgleicher Fläche. Im Bereich der Thekenplatzierung kann man statt eingehängter Drahtkörbe für Impulsware (z.B. im C-Store) die Etagen auch ansteigend positionieren. Neben einem Platzgewinn zeigen nun die Produkte dem potenziellen Shopper auch noch ihre Schokoladenseite.

Ähnlich funktioniert das auch im Bereich der Thekenplatzierung. Statt schräg eingehängter Drahtkörbe für Impulsware (z.B. im C-Store) kann man die Etagen auch ansteigend positionieren. Neben einem Platzgewinn zeigen nun die Produkte dem potenziellen Shopper auch noch ihre Schokoladenseite und motivieren so zum Kauf. In der Stammplatzierung arbeiten mittlerweile viele Hersteller mit sogenannten „Mehretagenpräsentern. Hier bringt also der Hersteller den Platz für seine neuen Produkte gleich mit.

Diese Mehretagenpräsenter sind natürlich immer auf ein Produkt abgestimmt. Schwieriger wird es, wenn man eine flexible Mehretagenlösungen haben möchte, die man auf die Breite verschiedener Artikel anpassen möchte. Doch auch hier gibt es mittlerweile Lösungen, die sich sowohl in der Tiefe, der Höhe und in der Breite anpassen lassen. Einer Sortimentsausweitung bzw. einer Vervielfachung der Kontaktstrecke für einzelne Produkte steht also nichts mehr im Weg. Der Shopper wird es Ihnen danken.

In diesem Sinne: Happy Shopping!

Oliver Voßhenrich, Geschäftsführer und Category Manager, POS TUNING Udo Voßhenrich GmbH & Co. KG, Bad Salzuflen

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