Flexheader3

News

5 vor TPD2

5 vor TPD2 unsplash - pixabay.com

Foto: Copyright: Unsplash - pixabay.com | Fotomontage: POS TUNING
POS Kompakt 04/2016

Wie die neue Tabackverpackungsverordnung die Warenpräsentation verändern wird.

Am 25.2.2016 hat die Bundesregierung die Umsetzung der europäischen Richtlinie für Tabakerzeugnisse (2014/40/EU), mit der die bisherige Richtlinie (2001/37/EG) ersetzt wird, in nationales Recht mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD verabschiedet. Ab dem 20. Mai diesen Jahres müssen die Tabakfirmen den neuen Regularien folgen. Die Bundesregierung ist den Vorgaben aus Brüssel dieses Mal ziemlich exakt gefolgt. D.h. keine Ausnahmen, aber auch keine schärfere Auslegung, wie dies in Frankreich oder England der Fall ist.

Die Richtlinie schreibt im Wesentlichen vor:

• Zigaretten und Drehtabak mit charakteristischen Aromen werden verboten.
• Die Tabakindustrie muss den Mitgliedstaaten genaue Berichte über die in den
  Tabakerzeugnissen verwendeten Inhaltsstoffe vorlegen, vor allem für Zigaretten und
  Drehtabak.
• Ein EU-weites System zur Überwachung und Verfolgung soll den illegalen Handel mit
  Tabakerzeugnissen unterbinden.
• Die Mitgliedstaaten erhalten die Möglichkeit, Internetverkäufe von Tabak und
  Tabakerzeugnissen zu verbieten.
• Für die für Verbraucher erhältlichen E-Zigaretten werden Sicherheits- und
  Qualitätsanforderungen festgelegt.
• Hersteller müssen neuartige Tabakprodukte melden, bevor sie diese auf den EU-Markt
  bringen.

Darüber hinaus enthält die Richtlinie insbesondere Vorschriften zur Gestaltung der Tabakverpackungen, welche dem Gesundheitsschutz dienen sollen:

• Gesundheitsrelevante Warnhinweise müssen auf den Verpackungen von Tabak und
  ähnlichen Produkten angegeben werden. Die Warnhinweise (Abbildung und Text
  zusammen) müssen 65 % der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und
  Drehtabakverpackungen bedecken.
• Es werden Mindestmaße für die Warnhinweise festgelegt und kleine Verpackungen für
  bestimmte Tabakwaren verboten.
• Verkaufsfördernde und irreführende Elemente auf den Tabakverpackungen werden
  verboten.

Konkret bedeutet dies, dass zukünftig ca. die Hälfte der Tabakverpackung mit Schockbildern versehen ist. Durch die Platzierung im besten Sicht- und Griffbereich der Tabakwaren, z.B. über dem Kassenband im LEH oder hinter der Theke in Convenience-Stores) kommen außerhalb von Tabak-Fachgeschäften nicht nur Raucher sondern auch Nicht-Raucher und Kinder mit den abstoßenden Bildern in Berührung. Dies stellt für den Handel ein Riesenproblem dar, denn wer will schon das angenehme Shopping-Erlebnis mit dem Blick auf Raucherlungen und Hautexzemen beenden?

Lt. dem Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) spielt der Lebensmittel-einzelhandel beim Verkauf von Zigaretten die führende Rolle. Über ein Drittel der in Deutschland gekauften Zigaretten wird hier verkauft. Hier findet der Verkauf von Zigaretten entweder über Ausgabeautomaten, über eine Platzierung im Zugriff für den Kunden oder über die Ausgabe der Kassenkraft statt. Bei Nutzung eines Ausgabeautomaten erfolgt die Produktauswahl über ein Auswahlpanel, welches die verschiedenen Marken, die sich im Automaten befinden, darstellt. Die eigentlichen Produkte befinden sich nicht im Sicht- und Griffbereich der Shopper.

Diese Schilder wird der Einzelhandel nun ebenfalls für die Platzierung auf Warenträgern einsetzen. Durch den Einsatz der Bilder erhält der Shopper bzw. die Kassenkraft eine Orientierungshilfe, um das gewünschte Produkt schneller finden zu können. Zudem schützt die Orientierungshilfe Nichtraucher vor den abstoßenden Bildern. So kann der Handel die bisherige Platzierung von Tabakwaren in Kassennähe beibehalten. Dies ist notwendig, da Tabak – nach wie vor – zu den Umsatzbringern, aber leider auch zu den Diebstahlrennern gehört.

Die Orientierungshilfen („Product Cards“) sind kompatibel zum POS-T Warenvorschub, der heute quasi als Standard bei der Präsentation von Tabakwaren gilt. Die Product Cards existieren in verschiedenen Abmessungen für Zigaretten, Pouches und Tins. Die ProductCards lassen sich auch direkt in Kassenkörbe einsetzen.

Für die Präsentation von OTP-Produkten bieten sich diebstahlhemmende Warenträger an. Dort werden die Produkte z.B. hinter einer geeisten, lichtdurchlässigen Klappe platziert, die der Kunde zum Zugriff auf das Produkt öffnen muss. Die dahinter befindlichen Produkte sind nur verschwommen zu sehen. Dank der kontakttransparenten Eigenschaft spezieller Materialien lassen sich auch bei solchen Möbeln die Product-Cards als Orientierungshilfe einsetzen.

Für den Fachhandel und für Convenience-Stores existieren noch zwei weitere Lösungen. Um eine optimale Befüllung und einen ungehinderten Zugriff auf die Produkte zu erlauben und gleichzeitig dem Shopper und dem Händler maximale Orientierung zu bieten, können die Packungen auch liegend auf dem Warenträger platziert werden. Shopper und Händler sehen dabei die Packungsoberseite. Ein spezieller Slow Motion Warenvorschub schiebt nach Entnahme der jeweils untersten Packung den nächsten Warenstapel so langsam an die Front des Warenträgers, das keine Packung aus dem Stapel herausfallen kann. Und zu guter Letzt lässt sich auch noch ein spezielles LED Lichtraum-Profil einsetzen, um den Blick des Shoppers auf die Marke zu ziehen. Durch eine gebogene Frontscheibe wird das Licht ausschließlich auf den unteren Teil der Zigarettenverpackung gelenkt und leuchtet damit optimal den Bereich der Packung aus, der für die Shopper-Orientierung wichtig ist.

Wer nun glaubt, dass TPD2 der massivste politische Eingriff der Geschichte des Rauchens ist, der irrt. Murad IV, Sultan des Osmanischen Reiches von 1623-1640, stellte das Rauchen unter Todesstrafe! In diesem Sinne: Happy Shopping!

Oliver Voßhenrich, Geschäftsführer und Category Manager, POS TUNING

Log in

fb iconLog in with Facebook
Our website is protected by DMC Firewall!