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Der POS im Duty Free Shop

POS kompakt - Ausgabe 05/2013

Urlaubszeit ist Shopping-Time: Der POS im Duty Free Shop

Jeder kennt das Gefühl: Die Passkontrolle am Flughafen liegt hinter einem, und nun hat man Zeit – bei Fernzielen oder Verspätungen sogar oft VIEL Zeit! Was nun? Bewusst oder unbewusst – geht es auf die Suche nach Ablenkung, Unterhaltung und Erlebnis. Da kommt eine kleine Luxus-Shoppingtour doch gerade recht! Ein Grund, warum die duty free shops dieser Welt so erfolgreich sind. Laut Wikipedia werden in diesen Shops „Waren zu günstigen Preisen angeboten (...), da auf diese kein Zoll sowie keine Mehrwertsteuer oder Verbrauchsteuern erhoben werden." Insbesondere bei Tabak, Alkohol, Düften und Kosmetik sollen die Preise dadurch deutlich geringer sein.

Attraktive Markeninseln, hochwertige Fußböden undspannende Lichteffekte am Regal wecken die Stöber- und Kauflust. Zur Schau gestellte Luxusartikel und die Verkostungen teurer Spirituosen laden den Shopper ein, sich selbst zu belohnen.


Diese Botschaft ist bei vielen Menschen fest im Unterbewusstsein verankert. Sonst würden wohl nicht so viele 30cm-Stofftiere für 70€ oder 75g Schokolade für 13€ als Schnäppchen angesehen und gekauft werden. Oder gibt es wirklich so viele Business-Reisende mit schlechtem Gewissen, die für Ehepartner und Kinder schnell noch ein exklusives Geschenk brauchen?

Was viele nicht wissen: seit dem 1.7.1999 darf innerhalb der EU nicht mehr steuerfrei eingekauft werden, bei Reisen innerhalb der EU handelt es sich oftmals also gar nicht um wahre „duty free Schnäppchen". Die Shops heißen dementsprechend auch „Travel Value" statt „Duty Free" und die Tabakstangen sind z.B. genauso teuer wie im LEH. Meine Vermutung ist, dass 4 Punkte dazu führen, dass Passagiere sich am Flughafen und auf Schiffen gern verführen lassen:

1. Ein attraktiver POS: attraktive Markeninseln, hochwertige Fußböden und spannende Lichteffekte am Regal wecken die Stöber- und Kauflust.

2. Exklusive Produkte: Düfte in der Luft, zur Schau gestellte Luxusartikel und die Verkostungen teurer Spirituosen laden den Shopper ein, sich selbst zu belohnen. Als Geschenk - in sonst nirgends erhältlichen Größen und Formen – vermitteln sie zudem den Hauch der „großen, weiten Welt".

3. Die Stimmung: Die Langeweile des Wartens senkt die Preissensibilität und die Laune auf dem Weg in den Urlaub ist gut – und nach dem Urlaub noch besser.

4. Die Lage: viele Flughäfen sind so geschickt angelegt, dass man beim Weg zum Gate schon von einer Zwangswegeführung durch die Shoppinglandschaft sprechen kann. Anreise- und Parkschwierigkeiten gibt es ebenfalls nicht und wir wissen ja – wer sieht, der kauft!

Ein Vergleich mit dem Lebensmitteleinzelhandel muss hinken, denn schon die „Shopping-Mission" ist eine ganz andere:

  • Im LEH steht die Bedarfsdeckung im Fokus, es wird die Einkaufsliste abgearbeitet. Eine Luxusathmosphäre würde zudem die preissensiblen Verbraucher eher abschrecken.
  • Die Einkaufsstätte wird nach anderen Kriterien (Erreichbarkeit, Parkplätze, Preis, Frische) sorgfältig ausgewählt und schnellstmöglich wieder verlassen.
  • Dem Discount sei Dank ist es beim Wocheneinkauf „schick", möglichst günstig und clever einzukaufen.
  • Und – Last but not least – sind die Mitarbeiter im LEH immer noch mehr mit Regalpflege und Warenverräumung als mit dem aktiven Verkauf des Warenangebots beschäftigt

Viele Flughäfen sind so geschickt angelegt, dass man beim Weg zum Gate schon von einer Zwangswegeführung durch die Shoppinglandschaft sprechen kann.

Doch auch im Duty free oder Travel Value Shop gibt es einige Herausforderungen für die Mitarbeiter und Betreiber, z.B.:
- wenn ein Airbus 380 mit 600 Passagieren ankommt, und diese wie ein Heuschrecken-schwarm durch den Shop stürmen, Regale komplett leer räumen. Die Beseitigung der „Flurschäden" bis zur Ankunft des nächsten großen Fliegers kann dann schon zu einem echten Erlebnis werden, - oder die Notwendigkeit, möglichst alle Waren auf der Verkaufsfläche unterzubringen, da kaum Lagerflächen vorhanden sind, - oder die besonderen Anforderungen an Verkaufsmöbel und Accessoires, die sich aus den hohen Brandschutzanforderungen ergeben. An diesem schönen Vergleich kann man mal wieder ganz deutlich sehen, welchen Einfluss die Einkaufsbedingungen, die Umgebung und die persönliche Situation für einen Einfluss auf das Kaufverhalten haben. Schließlich sind wir alle visuell und emotional gesteuerte Menschen. Und mal ganz ehrlich, wer hat noch nie im Duty Free Shop übertrieben viel und teuer eingekauft? ;-) In diesem Sinne eine schöne Urlaubszeit und happy Shopping!

Oliver Voßhenrich, Geschäftsführer und Category Manager, POS-Tuning GmbH, Bad Salzuflen

 

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